Mangelnde Transparenz bei Zielen und Erwartungen

322 deutsche Manager wurden bei einer Studie der Personalberatung LAB & Co gemeinsam mit der Hochschule Coburg gebeten, die Führungsqualitäten ihrer Vorgesetzten und Kollegen einzuschätzen. Das ernüchternde Ergebnis: 

44 % der Topmanager lassen ihre Mitarbeiter über Ziele, Erwartungen und individuelle Anforderungen im Unklaren. Das bestätigt auch meine Erfahrungen im Coaching von Führungskräften der zweiten und dritten Ebene. Ziele und Erwartungen nicht zu präzisieren, bietet Topmanagern die Möglichkeit, Leistungen nach Gutdünken zu beurteilen. Oft genug scheint auch das Einfordern von Klarheit und Zielen durch die nachgeordneten Führungskräfte nicht den gewünschten Erfolg zu bringen.

Andererseits sollte nicht übersehen werden, dass gerade diese Unklarheit die Chance bietet, sein eigenes Ding durchzuziehen, indem man als nachgeordnete Führungskraft jene Ziele definiert, die einem selbst als erstrebenswert erscheinen. Auf diese Weise können blühende Biotope entstehen, die auch den Mitarbeitern die Möglichkeit bieten, sich weniger mit den Unternehmens-, sondern in erster Linie mit den Bereichszielen zu identifizieren oder diese sogar mit zu entwickeln.

Am anderen Ende der Skala steht das übergenaue, allumfassende Zielsystem, das dem einzelnen keinen Handlungsspielraum mehr lässt.

Und das ist doch genau genommen die Herausforderung für jede Führungskraft: Handlungsspielräume zu finden und diese zu nützen – idealer Weise zum Wohle des Unternehmens…

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

Alfred Freudenthaler, MSc

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