In Geiselhaft der MitarbeiterInnen

Im Coaching erzählt mir eine (männliche) Führungskraft aus dem Sozialbereich, dass er vor knapp einem Jahr die Abteilung, in der er vorher schon gearbeitet hat, als Leiter übernommen hat. Und dass er in diesem Jahr "extrem hart an den Beziehungen" gearbeitet hat, um "endlich von allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern akzeptiert zu werden." Und weiter: "Nein, das Thema Ziele und Leistungsstandards will ich jetzt nicht thematisieren, da mache ich mir doch alles wieder kaputt!"


Vor meinem geistigen Auge entsteht ein Bild: die Führungskraft in Geiselhaft der MitarbeiterInnen, alle Handlungen werden danach gefiltert, ob sie die Akzeptanz für die Führungskraft in Frage stellen könnten. Ein weiteres Bild entsteht: das Kaninchen vor der Schlange…


Als erstes arbeiten wir daran, was es bedeutet, die Führungsrolle auch innerlich anzunehmen und welche konkreten Maßnahmen dafür unterstützend wirken. Beim nächsten Mal werden wir win/win-Strategien zur Zielvereinbarung besprechen. Ich bin zuversichtlich, dass wir damit auf dem besten Wege sind, die Geiselhaft in eine Partnerschaft umzuwandeln und aus Schlangen und Kaninchen Menschen mit unterschiedlichen Funktionen werden zu lassen…

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

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