Mitarbeiter fühlen sich zu wenig informiert

Eine Online-Umfrage der Online-Jobbörse karriere.at (www.karriere.at) ergab, dass sich nur jeder zweite Arbeitnehmer ausreichend über die Unternehmensziele informiert fühlt. Jeder Dritte gibt sogar an, nichts über größere Zusammenhänge in seinem Arbeitsumfeld zu wissen. Zudem gibt es einen großen Wahrnehmungsunterschied zwischen Mitarbeitern und Führungskräften: Während Führungskräfte der Meinung sind, dass die Mitarbeiter möglichst viel wissen sollten, geben die Mitarbeiter an, dass sie sich nicht ausreichend informiert fühlen.

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen. Es scheint einer der am meisten verbreiteten Irrtümer von Führungskräften zu sein: anzunehmen, dass die Mitarbeiter ausreichend informiert sind. Doch woran liegt das? Lassen wir einmal jene (hoffentlich kleine) Gruppe von Führungskräften beiseite, die Wissen und Information als Machtinstrument missbrauchen. Meine Hypothese ist, dass die meisten Führungskräfte in der Regel nicht bewusst Informationen vorenthalten, sondern schlicht und einfach den Umstand unterschätzen, dass Mitarbeiter eine andere Wirklichkeit haben. Sie können vieles gar nicht wissen, weil sie nicht zu allen Informationskanälen Zugang haben und zudem die Mitarbeiter-Perspektive immer eine andere ist als die Führungs-Perspektive. 

Daher lautet der Appell an die Führungskräfte: setzen Sie nicht zu viel voraus und nehmen Sie von Zeit zu Zeit die Perspektive der Mitarbeiter ein – so wird deutlich, welcher Informationen es bedarf!

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

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