Wirtschaftsethik a la Bendedikt

In letzter Zeit wird viel über Wirtschaftsethik diskutiert – auch im Coaching ist das Thema aktuell. Da erinnere ich mich an die Regeln des Hl. Benedikt (480 – 547), die er für die sogenannten Celleraren (wirtschaftlich verantwortliche Mönche eines Klosters) formuliert hat. Verblüffend einfach, verblüffend zutreffend. Nicht von ungefähr gibt es den Benediktiner-Orden seit bald 1.500 Jahren – mit durchaus herzeigbarem wirtschaftlichem Erfolg. Im Coaching habe ich diese Regeln schon öfters zur Reflexion eingesetzt, mit großer Wirkung (jenseits aller Religiosität!). Doch überprüfen Sie die Regeln selbst:


1. "Führen kann nur, wer sich selbst führen kann": Wie gut kenne ich meine "Dämonen"? Das setzt die Demut voraus, mir meiner Fehler bewusst zu sein, anstatt andere klein zu machen, um mich zu erhöhen. Auch Unbestechlichkeit gehört dazu.


2. "Auf die eigene Seele achten": Ich muss auf mich selbst in gleichem Maße acht geben wie auf die mir Anvertrauten. Dazu steht auch Zeit zum Rückzug zur Verfügung.


3. "Führen bedeutet dienen": Ich lebe vor, was ich von anderen erwarte. Dazu gehört Wertschätzung ebenso wie Abgrenzung.


4. "Der Umgang mit Geld": Ich bin weder geizig noch gierig, aber durchaus gewinnorientiert. Geld horte ich nicht für's Kloster, sondern stelle es in den Dienst der Menschen.


5. "Das Ziel des Führens": Nicht das jetzt erfolgreiche Kloster ist das Ziel aller Anstrengungen. Ich habe eine Vision, wo es künftig stehen soll und wie der Erfolg auch Menschen außerhalb der Klostermauern nützen kann. 

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

Alfred Freudenthaler, MSc

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