Führen gegen die eigene Überzeugung

Eine Umfrage der Zeitschrift managerSeminare zeigt, dass 82 % der befragten Führungskräfte angeben, im beruflichen Alltag manchmal gegen die eigene Überzeugung handeln zu müssen.

Das ist auch im Coaching ein häufiges Thema. Wie überbringe ich schlechte Nachrichten? Wie kommuniziere ich Entscheidungen, die ich selbst so nie getroffen hätte? Wie gehe ich mit der geforderten Gewinn-Maximierung um, wenn mir persönlich Werte wie Fairness und Rücksichtnahme wichtiger sind? Wie weit will/kann ich mich „verbiegen“?

Betrachten wir die Frage mal aus Sicht der Mitarbeiter: Welche Verhaltensweise der Führungskraft ist hilfreich? Wenn sie die negative Botschaft 1 : 1 so weitergibt? Wenn sie die Entscheidung „von oben“ bekannt gibt und gleich dazu sagt, dass sie das für absoluten Blödsinn hält? Wenn sie lang und breit herum redet, die Verwirrung nur steigert und damit viel Raum für Spekulationen gibt?

Auch hier ist die Frage entscheidend: was wirkt wie? Aus meiner Sicht ist es eine der wichtigsten Aufgaben von Führungskräften, für Klarheit zu sorgen. Dazu kommt die Filter- und die Puffer-Funktion, die mit jeder Führungsfunktion verbunden ist. Das bedeutet, relevante Informationen mit der gebotenen Klarheit zu kommunizieren, Hintergründe zu erklären und auch klar zu machen, dass die Entscheidung nicht diskutierbar ist. Und: Unterstützung geben, wo es notwendig ist.

All das bedeutet nicht, dass ich als Führungskraft keine eigene Meinung haben darf. In einer Organisation, deren Werte nicht

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

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