Noch einmal zum Thema Wertschätzung

Liebe LeserInnen – Sie merken schon, dass mir dieses Thema am Herzen liegt, weil ich ja nicht das erste Mal darüber schreibe.


Mit einer Führungskraft besprach ich das Ergebnis seines 360Grad-Feedbacks. Speziell die Rückmeldungen seiner MitarbeiterInnen überraschten ihn – im negativen Sinn. Es zeigte sich deutlich, dass die MitarbeiterInnen Respekt und Wertschätzung von seiner Seite vermissten.


Gemeinsam arbeiteten wir einige Aspekte heraus, die für das Vorhandensein von Respekt und Wertschätzung sprachen: z. B. eine positive Einstellung gegenüber dem anderen, Aufmerksamkeit für das, was ihn bewegt, echtes Interesse am anderen und an seiner Meinung sowie das Akzeptieren seiner Andersartigkeit.


Dem gegenüber stellten wir die Punkte, die einen Mangel an Respekt und Wertschätzung zeigen: z. B. ein vorgefertigtes Bild vom anderen, abwertende Aussagen oder Kommentare, persönliche Kritik ohne sachlichen Hintergrund, generelle Ablehnung von anderen Meinungen.


Hier wurde dem Kunden klar, wo das Problem liegt. Gleichzeitig wurde ihm bewusst, dass er die Wertschätzung, die er (seiner Meinung nach) bisher seinen MitarbeiterInnen entgegen gebracht hatte, sehr "technisch" war. Für ihn war Wertschätzung eher Mittel zum Zweck – und weniger eine innere Haltung. Das spürten die MitarbeiterInnen deutlich.


Hier haben wir gemeinsam noch ein schönes Stück Weg vor uns im Coaching-Prozess, doch wie heißt es so schön: Selbsterkenntnis ist der erste Weg…

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

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