Wertschätzende Weihnachtsfeier…

Coaching-Kunden erzählen mir auch in diesem Jahr von ihren Firmen-Weihnachtsfeiern, von Vorstandsreden, in denen den Mitarbeitern gedankt wird und sie der Wertschätzung der gesamten Geschäftsleitung versichert werden.

Mag der Kern dieses Ansinnens auch positiv gemeint sein: oft bewirken solche Weihnachtsansprachen genau das Gegenteil: nämlich dann, wenn der betriebliche Alltag ganz anders erlebt wird, wenn der Rotstift regiert und Mitarbeiter als Kostenfaktor gesehen werden. Wo bleibt da die vielzitierte Wertschätzung? (Oder ist eher "Wertschöpfung" gemeint, klingt ja ganz ähnlich…).

Was kann Wertschätzung in diesem Kontext bedeuten? Aus Sicht der Geschäftsleitung das offene Ansprechen jener Themen, welche die Leute ohnehin beschäftigen. In einer klaren Art und Weise, die nichts beschönigt, aber auch keine Panik verursacht. Das verstehe ich unter Leadership (etwas, das die meisten europäischen Politiker derzeit vermissen lassen!).    

Aber es gibt auch Wertschätzung in die andere Richtung. Viele Mitarbeiter und auch Führungskräfte lassen die nötige Wertschätzung gegenüber ihrem Arbeitgeber  vermissen. Wenn über das eigene Unternehmen und "die da oben" am Stammtisch gelästert wird und auf der anderen Seite die Bereitschaft, selbst die Komfortzone zu verlassen und aktiv etwas zur Verbesserung der Situation beizutragen, nicht vorhanden ist – dann ist das genau genommen das Gegenteil von Wertschätzung.

So gesehen sind alle dazu aufgerufen, zusammen zu rücken und etwas beizutragen. Ein frommer Weihnachtswunsch? Wie denken Sie darüber? 

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

Alfred Freudenthaler, MSc

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