Anerkennung im Arbeitsalltag

Eine Führungskraft der 3. Ebene war überrascht (oder eher schockiert) über die Ergebnisse einer Mitarbeiter-Befragung. Darin erhielt er das Feedback, dass es von ihm keine Anerkennung gibt und er sich viel zu wenig Zeit für Führungsarbeit nimmt. Er selbst war der Meinung, dass er seinen MitarbeiterInnen ausreichend Anerkennung gab und bei Bedarf auch immer Zeit für sie hatte.


Im Coaching analysierten wir die Situation. Dabei wurde ihm klar, dass für ihn gute Leistung im Grunde selbstverständlich ist und er selbst von seinem Chef ja auch nie gelobt wird. Außerdem hatte er bei zwei bestimmten Mitarbeitern die Sorge, dass "Lob ein Grund für eine Gehaltsforderung werden könnte".


Dann arbeiteten wir u.a. folgende Kriterien für Anerkennung heraus: Anerkennung soll – wie Kritik – selbstverständlich sein. Anerkennung muss glaubwürdig sein (keine Floskel á la Weihnachtsansprache). Anerkennung muss angemessen und begründet sein. Und: sie erfordert eine wertschätzende Grundhaltung zum Mitarbeiter! Noch etwas: es braucht Geduld und Beharrlichkeit – MitarbeiterInnen werden verständlicherweise eher skeptisch sein, wenn es plötzlich auch Anerkennung gibt.


In weiterer Folge trainierten wir einige Gesprächssequenzen, um damit mehr Sicherheit für solche Gespräche zu generieren. In 4 Wochen werden wir gemeinsam die Erfahrungen reflektieren – ich habe ein gutes Gefühl!

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

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