Geschlechterspezifische Stereotype in der Führung

Neulich ging es bei einem Führungs- Coaching um die Vorbereitung der jährlichen Mitarbeiter-Gespräche. Dabei erkannte die (männliche) Führungskraft, dass er dazu tendierte, dem einen oder anderen Stereotyp auf den Leim zu gehen.


Anhand objektiver Kriterien wurde ihm bewusst, dass sich Frauen und Männer unterschiedlich präsentieren. Frauen zeigen sich häufig weniger offensiv als Männer. Mitarbeiter, die sich sehr gut verkaufen, werden tendenziell positiver bewertet als Mitarbeiterinnen, die Selbstkritik zeigen.


Entscheidend ist auch bei diesem Thema, dass die Wahrnehmung anderer stark von den eigenen Erwartungen abhängt. In diesem Fall zeigte z. B. eine Mitarbeiterin ein nicht geschlechterspezifisches Stereotyp: sie verhielt sich rational und nüchtern konfrontierend (statt wie erwartet kommunikativ und einfühlsam). Dieses Verhalten bewertete er bei Männern positiv, bei dieser Mitarbeiterin jedoch negativ.


Coaching kann dabei unterstützen, derartige Vorannahmen aufzuweichen und somit ein differenzierteres Bild von den weiblichen und männlichen Mitarbeitern zu schaffen. 

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

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