Achtsamer Umgang mit unserer Sprache

Unsere Wortwahl ist aufschluss- und folgenreicher, als wir denken. Die Vorliebe für bestimmte Wörter lässt einen bestimmten Denkstil erkennen, aus dem wiederum Schlüsse auf Einstellungen und Verhaltensweisen eines Menschen gezogen werden können.

Die Sprache folgt unserem Denken – und beides gemeinsam hat großen Einfluss auf unser Wohlbefinden und unsere Wirkung nach außen.

Es gibt viele Möglichkeiten, über Sachverhalte zu denken und zu sprechen.
Manche Formulierungen sind dabei hilfreicher als andere: Wenn wir in Möglichkeiten sprechen, werden Kräfte frei, wo nur Negatives beschrieben wird, werden Kräfte blockiert.

Im Beschwerdemanagement sprechen wir z. B. von Zauberwörtern, weil sie so einfach sind und wir damit so eine positive Wirkung beim Gegenüber auslösen können. Das Gegenteil davon gibt es natürlich auch, die Reizwörter, die eine gute Stimmung sofort ins Gegenteil kippen lassen. Sie fallen gerne in hektisch-stressigen Situationen, garniert mit einem harschen Tonfall.

Wortwahl und Sprachstil geben auch Hinweise auf die Kompetenz einer Person: man spricht von Kompetenzsignalen oder – wenn das Gegenteil der Fall ist – von Kompetenzfallen. Dies sollte uns vor allem in wichtigen beruflichen Gesprächen bewusst sein.

Wie wirken auf Sie jeweils die folgenden Varianten?

Zum Beispiel im Umgang mit Kund*innen und/oder Kolleg*innen …

  • Ich habe jetzt keine Zeit! – Oder: Heute Nachmittag kann ich mir dafür Zeit nehmen.
  • Dafür bin ich nicht zuständig! – Oder: Da können Ihnen unsere Kollegen von der Abteilung XY weiterhelfen, am besten  …
  • Da müssen’S jetzt aber warten! – Oder: Geben Sie mir bitte noch x Minuten, ich bin sofort bei Ihnen!
  • Hätten Sie uns das früher mitgeteilt, … – Oder: Was ich jetzt für Sie tun kann,

Zwei Beispiele zwischen Führungskraft und Mitarbeiter*in …

  • Warum haben Sie das nicht so gemacht? – Oder: Was hat den Ausschlag dafür gegeben bzw. welche Überlegungen haben dazu geführt?
  • Ja, Sie könnten das wahrscheinlich auch, aber ich habe Kollege XY vorgezogen. – Oder: Sie haben beide die Kompetenz, aus Kapazitätsgründen mit dem Projekt Z habe ich Kollege XY darum gebeten.

Achten Sie doch einmal ganz bewusst auf Ihre Sprache und darauf, welche Motivationen Sie mit welcher Wortwahl bei Ihren Gesprächspartner*innen bewirken.

Der Vollständigkeit halber möchte ich dazu fügen, dass für das gute Miteinander den freundlichen Worten natürlich auch freundliche bzw. korrekte Taten folgen müssen!

Bild: Elisabeth Stöllinger

Autor: Mag. Elisabeth Stöllinger

Mag. Elisabeth Stöllinger

Homepage: http://www.stoellinger.at

Telefon: +43-676-4324899

Weitere Infos siehe Mag. Elisabeth Stöllinger

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