Coachak meint …

Positive Fehlerkultur? Das ist doch wohl schon ein Widerspruch in sich, oder?

Mal ganz ehrlich: Wie sind wir denn früher mit Fehlern umgegangen? Im Grund gab’s diese drei Möglichkeiten:

  1. Wir haben den Fehler vertuscht – meist ist das auch gut gegangen (außer wenn die von der internen Ermittlung Lunte gerochen haben – aber das ist eine andere Geschichte …).
  2. Wir haben einen Schuldigen gefunden, meist im Kreise unserer „Kunden“ (Wenn einer versucht zu fliehen, ist es wohl unsere Pflicht, ihn mit allen Mitteln daran zu hindern, oder? ;-).
  3. Wir haben gar nichts gemacht – denn wo nicht gehobelt wird, fallen auch keine Späne, richtig?

Unter uns gesagt: ich habe von allen drei Möglichkeiten schon Gebrauch gemacht.

Nun haben wir seit letztem Jahr eine neue Chefin. Am Anfang haben wir sie noch etwas belächelt, doch mittlerweile weht hier ein anderer Wind.

Ihr ist besonders wichtig, dass Fehler entsprechend aufgearbeitet werden und dazu hat sie eigene „Prozesse“ eingeführt.

Und: sie macht uns immer wieder klar, dass es „nicht darum geht, eine Null-Fehler-Abteilung zu werden, sondern dass jeder Fehler Entwicklungschancen in sich trägt – wenn wir ihn entsprechend bearbeiten“ (O-Ton Chefin).

Es ist ja noch nicht so weit, dass alle Fehler eingestanden werden, aber ich merke, dass bei den Kollegen langsam ein Umdenken stattfindet.

Naja, ich kann mich da auch nicht ganz ausschließen. Schließlich hängt im Büro der Chefin ein Schild: „FEHLER sind HELFER“.

Das nennt man angeblich Anagramm. Entzückend, Baby.

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

Alfred Freudenthaler, MSc

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