Fit am Arbeitsplatz: gut vorbereitet auf die nächste Hitzewelle

Die letzte Hitzewelle ist zwar gerade abgeflaut, es wird uns aber sicher wieder heiß werden bei der Arbeit – in diesem Sommer sowie in den kommenden Jahren.

Die Herausforderung am Arbeitsplatz ist, sowohl die Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit als auch unser Wohlbefinden aufrechtzuerhalten. Es wird derzeit viel publiziert, was das Arbeiten bei Hitze anbelangt. Ich möchte in diesem Blog einige wichtige Aspekte für das Arbeiten in Büros oder anderen Arbeitsräumen bei heißen Außentemperaturen aus der Sicht der Arbeitspsychologie herausstellen.

Grundsätzlich verlangt die Arbeitsstättenverordnung (AStV) in Räumen mit geringer körperlicher Belastung eine Raumtemperatur zwischen 19 und 25 Grad Celsius. Das hat seine guten Gründe, denn bereits ab Raumtemperaturen von 26 Grad sind körperliches und geistiges Arbeiten/Lernen nur eingeschränkt möglich. Ab 30 Grad sinken Reaktionsgeschwindigkeit und Koordinationsfähigkeit um ein Viertel; bei 35 Grad ist mit 30 bis 70 % Leistungseinbuße zu rechnen – fast so, als würde man betrunken arbeiten (Daten-Quellen: AK & Gesunde Arbeit 2/2019).

Baulich-technische Maßnahmen

  • Das Beste gegen die Hitzeentwicklung in den Arbeitsräumen ist eine Klima- oder Lüftungsanlage – vorausgesetzt, sie ist gut eingestellt und richtig dimensioniert. Falls Sie zu denen gehören, deren Klimaanlage Probleme verursacht (z. B. Zugluft, unangenehm kühl, Lärm, trockene Luft …), so hilft nur eines: Expert*innen, die sich das anschauen und die passende Abhilfe finden.
  • Viele Büroräumlichkeiten verfügen jedoch über keine Klima- oder Lüftungsanlage. Dienstgeber sind auch nicht dazu verpflichtet, eine Klimaanlage neu zu installieren – wiewohl sich immer mehr dazu entschließen. (Dass ein ständiges Mehr an Klimaanlagen wahrscheinlich nicht die passende Antwort auf den Klimawandel ist, das steht auf einem anderen Blatt, und ist hier nicht das Thema.) In Evaluierungsprojekten habe ich die Erfahrung gemacht, dass es – für mich überraschend – noch nicht überall selbstverständlich ist, die erforderliche Beschattung in jedem Büro- und Arbeitsraum zu gewährleisten. Außenjalousien und Markisen reduzieren die Sonneneinstrahlung bis zu 75 %, Innenrollos hingegen nur bis zu 25 %. Heute gibt es am Markt moderne Sonnenschutzsysteme, bei denen es möglich ist, mit der Beschattung sehr wohl auch das Tageslicht zu steuern.
  • Hat man seinen Arbeitsplatz in Räumlichkeiten, bei denen zur Hitze auch noch eine hohe Luftfeuchtigkeit dazukommt, helfen bauliche Zusatzmaßnahmen, wie z. B. Wandbegrünung, Luftduschen, Wasserschleier etc.

Organisatorische Maßnahmen

  • Ein gutes Lüftungsmanagement sollte gewährleistet sein. Es reicht in der Stadt oft nicht, zu Arbeitsbeginn alle Fenster zu öffnen und durchzulüften. Zum Beispiel könnte man einen Facility-Management-Dienst organisieren, der in den kühlen Nachtstunden für das Durchlüften sorgt – so kann man sein Tagwerk an einem gut gekühlten Arbeitsplatz beginnen.
  • Steigen die Temperaturen im Laufe des Tages stark an, ist das Anpassen der Arbeitszeiten eine weitere Maßnahme, die natürlich nicht überall möglich ist. Bei einer argen Hitzewelle können  vielleicht Ausnahmen bei den Kernzeiten ermöglicht werden, so manche Kunden/Klienten zeigen Verständnis dafür. Auch zusätzliche Arbeitspausen in kühlen Räumen/Orten, um sich zu erfrischen, zählen zu den organisatorischen Gestaltungsmaßnahmen.
  • Die Verwendung von Tisch- und Stehventilatoren hat wohl auch Nachteile, dennoch sollten solche bereitgestellt werden. Zur Reduktion der inneren Wärmestrahlung ist es hilfreich, alle elektrischen Geräte, die nicht gerade benötigt werden, abzuschalten (PCs, Drucker, Lampen, Kaffeemaschinen, Geräte mit Akkus …).
  • Gibt es im Unternehmen einen vorgegebenen oder impliziten Business-Dresscode, so kann dieser vielleicht für die argen Hitzetage etwas gelockert werden und leichte luftige Bekleidung erlauben.

Persönliche Maßnahmen

Persönlich kann man natürlich auch einiges für das eigene Wohlbefinden tun: ausreichend Flüssigkeitszufuhr, Abkühlen der Handgelenke und Unterarme, Wasserduschen mit Zerstäubern usw.

 

Bild: Elisabeth Stöllinger

Autor: Mag. Elisabeth Stöllinger

Mag. Elisabeth Stöllinger

Homepage: http://www.stoellinger.at

Telefon: +43-676-4324899

Weitere Infos siehe Mag. Elisabeth Stöllinger

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