Generation Z ist da!

Für Führungskräfte kann es hilfreich sein, die speziellen Denkmuster der verschiedenen Generationen zu erkennen. Natürlich sind diese Typologien überlappend und nicht allgemein gültig, doch sie dienen als Orientierungshilfe, um einzelne Eigenarten von Generationen zu beschreiben und einzuordnen.

Nach den Baby Boomern (geboren ca. 1955 – 1970), der Generation X (geboren ca. 1970 – 1979) und der Generation Y (geboren ca. 1979 – Anfang/Mitte der 90er) startet jetzt die Generation Z (geb. ca. ab 1990) in das Berufsleben.

Der Personalexperte und Autor Christian Scholz vergleicht in seinem Buch „Generation Z: Wie sie tickt, was sie verändert und warum sie uns alle ansteckt.“ (Wiley, Weinheim 2014) die Generation etwas plakativ mit Zombies und erklärt das so: „Die Reaktion auf die Generation Z erinnert an Zombie-Filme: Man fürchtet sich vor ihnen und verleugnet, dass es sie gibt. Ähnlich wie Zombies lassen sich aber auch die Vertreter der Generation Z nicht aufhalten.“

Was unterscheidet nun die Generation Z von den Vorgängern? Die Vertreter dieser Generation sind aufgewachsen mit der Finanzkrise. Sie haben Massenentlassungen und Leiharbeit erlebt und auf der anderen Seite Millionengehälter für Manager sowie Milliardenbeträge für die Bankenrettung. Daher ist ihr Verhältnis zum Unternehmen eher distanziert. Sie wollen klare Strukturen und eindeutige Vorgaben. Arbeit und Privatleben sollen klar getrennt sein.

Kürzlich erzählte mir ein Coaching-Kunde von seinen beiden jüngsten Mitarbeitern, die vor einem Jahr frisch von der Uni in seiner Abteilung ihren ersten Job angetreten hatten. Der Abteilungsleiter tat sich ziemlich schwer damit, die beiden zu führen, weil sie „so ganz anders ticken als alle anderen.“

Sein Führungsmotto „fordern und fördern“, mit dem er immer gut gefahren war, schien bei den beiden überhaupt nicht zu greifen. Das ist nebenbei bemerkt auch ein typisches Muster der Generation Y: die will inspiriert und gefordert werden. Die Vertreter der Generation Z haben dagegen keine emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen. Sie wollen überschaubare Aufgaben, klare Strukturen, feste Arbeitszeiten und positives Feedback.

Ob das dem Abteilungsleiter gefällt oder nicht: die demografische Entwicklung ist auf der Seite der Generation Z: nachdem es immer weniger Bewerber geben wird, können die sich ihren künftigen Arbeitgeber aussuchen.

Führungskräfte müssen sich also auch neu orientieren: klare Ziele, klare Vereinbarungen, klare Trennung zwischen Berufs- und Privatleben. Emails rund um die Uhr sind dann nicht mehr gefragt.

Und vergessen wir nicht den positiven Kern: die Generation Z wird dafür sorgen, dass die Berufswelt lebenswerter wird, als das derzeit oft empfunden wird. Arbeitszeit wird verstärkt auch als Lebenszeit wahrgenommen, die möglichst positiv erlebt werden soll. Dies wird auch einen Wandel herbeiführen!

 

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

Alfred Freudenthaler, MSc

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