Neues aus der Erholungsforschung

Beim gestrigen Vortrag im Rahmen unseres ÖGAWO-Netzwerkes Österreichische Gesellschaft für Arbeits-, Wirtschafts- und Organisationspsychologie stellte uns Herr Dr. Gerhard Blasche von der Medizinischen Universität Wien die neuesten Erkenntnisse aus der Erholungsforschung vor.

Für uns alle, die wir sehr engagiert sind, möchte ich die interessantesten Details in meinem Blog teilen.

Wochenarbeitszeit und Wohlbefinden – psychische Gesundheit

Eine neue australische Studie befasst sich mit „Arbeitszeit und Wohl-befinden“, sie gibt Aufschluss über die „optimale“ Wochenarbeitszeit:

  • Ab 50/55 Stunden pro Woche werden die Menschen immer erschöpfter (interessanter Weise ebenso, wenn sie „nur“ bis zu 20 h arbeiten)
  • Das Wohlbefinden ist für Frauen (N= 4062) bei 38 h/Woche am höchsten,
  • bei Männern (N= 3828) bei 43,5 h/Woche.
  • Bei vermehrten privaten Verpflichtungen sind ca. 5 Stunden Arbeitszeit wenigerpro Woche günstig; bei wenigen privaten Verpflichtungen kann die Arbeitszeit ca. 5 Stunden länger sein –> Lebensphasenorientierung!

Wochenarbeitszeit und Gesundheitsgefährdung

Zu „Wochenarbeitszeit & Erkrankung“ liefert eine gerade veröffentlichte US-Längsschnittstudie aufrüttelnde Ergebnisse für Zuviel-Arbeiter/innen & Workaholics: arbeitet man – mindestens 10 Jahre lang – 52 Stunden und mehr, erhöht sich das Risiko für eine Erkrankung signifikant. Der Cut tut sich bei ca. 50 Stunden auf, ab da wird es krankheitsgefährdend. So z. B. steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um die 30-40%, das für Krebs sogar um 60 % und das generelle Erkrankungsrisiko erhöht sich um 20 %.

 Enorme Bedeutung des Mentalen Distanzierens  = „Abschalten“

Je besser das gelingt, desto mehr Wohlbefinden und Vitalität für den Einzelnen. Wenn in der Freizeit das Abschalten nicht gelingt, dann ist eine Erholung nicht möglich, denn der Körper stößt weiterhin genauso viele Stresshormone aus wie in der tatsächlichen Stresssituation. Grübeln hat messbare negative Auswirkungen und führt bei immer schlechterer Stimmung in eine Abwärtsspirale.

Für die Erholung braucht es neben Ruhe, Regeneration und Genuss auch in der Freizeit Möglichkeiten, um Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit zu erleben

Die Self-Determination-Theory (SDT) trifft nicht nur für die Arbeitsgestaltung, sondern auch für die Freizeit zu. Für Wohlbefinden und Vitalität braucht es auch in der Freizeit die Befriedigung der Bedürfnisse nach Autonomie, Kompetenz und Zugehörigkeit.

Persönliches Coaching – Teamcoaching

Wenn Sie Ihre persönliche Lebensbalance passgenau für Sie ausrichten oder mit Ihrem Team den optimalen Arbeitsrhythmus finden wollen, dann ist Coaching das dafür lösungsbringende Setting!

 

Autor: Mag. Elisabeth Stöllinger

Mag. Elisabeth Stöllinger

Homepage: http://www.stoellinger.at

Telefon: +43-676-4324899

Weitere Infos siehe Mag. Elisabeth Stöllinger

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