Praktische Tipps zum Umgang mit der eigenen Führungskraft

Wenn ich (als Führungskraft) mich mit meiner eigenen Führungskraft schwer tue, habe ich eine Reihe von Möglichkeiten, die Zusammenarbeit zu verbessern:

 

 

 

 

 

Strukturelle Maßnahmen

  • Konkretisierung meines Jobprofils:
    In einem persönlichen Gespräch bitte ich meine Führungskraft, mein Jobprofil mit mir durchzubesprechen und dabei mit Signale zu geben, wo er/sie die Schwerpunkte meiner Arbeit haben möchte und in welcher Form das für ihn/sie am hilfreichsten ist.
  • Ich ersuche meine Führungskraft um einen regelmäßigen (wöchentlich, 14-tägig) Jourfixe. Dabei kann ich immer wieder Priorisierungen, Termine, Umfang und Form von Arbeiten vereinbaren. Durch den regelmäßigen Austausch wird auch die Kommunikation verbessert.
  • Auftragsklärung:
    Bei größeren Projekten und umfangreicheren Aufträgen ist es vorteilhaft, genaue Erwartungen des/der Vorgesetzten zu klären. Dazu gehören die Quantität und die Qualität der zu erbringenden Leistungen, der Zeitplan, die Meilensteine und die Form der Kommunikation und Berichterstattung.

Kommunikative Maßnahmen

  • Das regelmäßige Zielvereinbarungsgespräch:
    Es ist eine Plattform, auf der z.B. auch die strukturellen Maßnahmen initiiert werden können. Darüber hinaus aber bietet es die Möglichkeit für persönliches Feedback in beide Richtungen mit dem Ziel, die zukünftige Zusammenarbeit zu verbessern.
  • Wiederkehrende Abstimmungsmeetings:
    Dabei können viele offenen Fragen geklärt und Aufträge detailliert werden. Eine vorherige Abstimmung mit den KollegInnen auf der gleichen Ebene gibt darüber hinaus noch mehr Sicherheit.
  • Einzelgespräche zur Konfliktbearbeitung:
    Bevor man Unklarheiten oder Ärger in sich hineinfrisst, ist es besser, die Führungskraft um ein Gespräch zu bitten. Die große Herausforderung dabei ist, die kritischen Themen konstruktiv und klar auf den Punkt zu bringen und dabei nicht in Vorwurfstiraden oder Machtkämpfe einzusteigen. Die Führungskraft sitzt meist auf dem längeren Ast.

Kulturelle Maßnahmen

  • Führungs-Workshops:
    Falls die Führungskraft dazu bereit ist, ist es eine Möglichkeit, einen Führungs-Workshop zu initiieren. Dabei könnten die Kultur der Zusammenarbeit im gemeinsamen Bereich diskutiert und entwickelt, Regeln für einen neue Zusammenarbeit vereinbart, Szenarien für Konfliktlösungen angedacht und vertrauensbildende Maßnahmen besprochen werden.
    Dabei können auch Persönlichkeitstests zur besseren gegenseitigen Verständnis und Teamrollenmodelle zur optimalen Abstimmung der Teamkompetenzen verwendet werden.
    In vielen Fällen ist dabei die Moderation durch einen neutralen Moderator von Vorteil.

Persönliche Maßnahmen

  • Persönliches Coaching:
    Wenn die Führungskraft (aus welchem Grund auch immer) nicht bereit oder gewillt ist, zu einer Verbesserung beizutragen, kann ich mir persönlich im Rahmen eines FK-Coachings (siehe Beispiel von Juliane Müller im Hauptbeitrag) Hilfe holen, um besser mit der Herausforderung umgehen zu können. Mit Unterstützung von Persönlichkeitstests kann ich die psychischen Strukturen von mir selbst und meiner Führungskraft analysieren und dabei Lösungen und Chancen finden.
    Manchmal ist auch eine Lösung, sich aus einer schwer veränderbaren Situation zurückzuziehen (geht von einer Reduktion der Kommunikation, über das Üben von Resilienz, das Verstärken der persönlichen Schutzschilde über den Versuch einer Versetzung im eigenen Unternehmen bis zu einer Kündigung). Das oberste Ziel ist, selbst bei guter Energie und Gesundheit zu bleiben.

Insgesamt gilt die Regel:

Man kann nie einen anderen Menschen gegen seinen Willen ändern. Man kann Impulse (Gespräche, Aktivitäten) setzen und dabei hoffen, dass der/die Andere dabei reagiert (und meist ist das auch so).
Letztlich kann man sich aber nur selbst ändern.
Und es ist immer besser, Gestalter zu sein als Opfer zu bleiben.

Autor: Mag. Gerhard Ratz

Mag. Gerhard Ratz

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