Sozialer Jetlag bei Miss-Match zwischen Chronotypus und Arbeitszeit

 

Sozialer Jetlag? – Was ist denn das?

Von einem sozialen Jetlag spricht man bei einem Miss-Match zwischen dem individuellen Schlaf-/Chronotypus und der Arbeitszeit.

Arbeitszeiten können dann gesundheitsschädliche Ausmaße annehmen, wenn der individuelle Chronotypus mit der Arbeitszeit schwer in Einklang zu bringen ist. Lt. Forschung sind vor allem die späten Chronotypen (= die so genannten Eulen) davon betroffen, und zwar dann, wenn die Arbeitszeit regelmäßig auf lange Sicht zu früh für ihren Typus beginnt.

Die Folgen des sozialen Jetlags sind nicht zu unterschätzen (lt. Univ.-Prof. Dr. Manfred Walzl, Landesnervenklinik Sigmund Freud Graz, Fachbereich für Schlafmedizin, im Zuge seines Vortrags beim Forum Prävention 2017 in Wien):

  • Durch den verkürzten Schlaf sinken Leistung und Wohlbefinden
  • Untersuchungen zeigen, dass Raucher mehr Zigaretten konsumieren und dass der Alkoholkonsum steigt
  • Das Risiko für Übergewicht nimmt zu

Was können Unternehmen und Sie als Gestalter/in Ihrer Life-Balance tun, um ein soziales Jetlag zu vermeiden?

Neue Wege und Ideen der Arbeitszeitgestaltung gehen in die Richtung, dass es ermöglicht wird, …

  • die Rahmenarbeitszeiten auszudehnen und die Kernzeiten zu verkürzen, um mehr Spielraum für den individuellen Chronotypus zu gewinnen.
  • individuelle Arbeitszeitmodelle unter Berücksichtigung des individuellen Chronotypus zu vereinbaren.

Verschärft wird diese Situation durch einen großen, im Wirtschaftsleben nicht selten anzutreffenden Irrtum bezüglich der benötigten Schlafmenge. Hier kann man immer wieder ein falsches Leistungsethos feststellen, bei dem wenig benötigter Schlaf als tolle Leistungsfähigkeit dargestellt wird. Dies ist lt. Schlafforschung jedoch ein großer Irrglaube! Die durchschnittliche Schlafdauer der Österreicher/innen beträgt 7 – 8 Stunden. Und ja, es gibt schon Kurzschläfer, also Ausnahmen-Menschen, die nur 4-5 Stunden Schlaf benötigen. Es ist jedoch nicht zweckmäßig, dies als tolle Normgröße heranzuziehen, denn das kann gesundheitlich und leistungsmäßig auf die Dauer sehr schwerwiegende Folgen haben.

Als professioneller Maßstab für Leistungsfähigkeit sollte gelten:

Die Kenntnis des eigenen Chronotypus und in Folge die entsprechende Gestaltung der individuellen Lebensbalance, sodass die Leistungsfähigkeit auf Dauer (= über das ganze Arbeitsleben hinweg und darüber hinaus!!!) erhalten wird!

Falls Sie Ihren individuellen Chronotypus noch nicht exakt kennen, so können Sie unter folgendem Link https://www.bioinfo.mpg.de/mctq/core_work_life/core/introduction.jsp?language=deu einen wissenschaftlich fundierten Fragebogen dazu ausfüllen. Die Ludwig-Maximilians-Universität München bietet diese Möglichkeit.

Wenn Sie Ihre Lebensbalance und Ihr Leistungsvermögen auf Dauer gut austarieren wollen und das Thema Schlaf & Arbeitszeit dabei eine Rolle spielt, so könnte Coaching ein Setting dafür sein, dies zu reflektieren und neue Lösungen zu finden. Die vier Coaches von coaches.at stehen Ihnen als Ansprechpartner/innen zur Verfügung!

 

Autor: Mag. Elisabeth Stöllinger

Mag. Elisabeth Stöllinger

Homepage: http://www.stoellinger.at

Telefon: +43-676-4324899

Weitere Infos siehe Mag. Elisabeth Stöllinger

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