Unsere Erfahrungen mit Working Out Loud

Mein Kollege Gerhard Ratz hat ja vor einigen Wochen an dieser Stelle bereits über das Working Out Loud – Konzept von John Stepper berichtet („Kreativität durch Vernetzung“).

Vor einigen Tagen haben wir vier Coaches von coaches.at nun diesen zwölfwöchigen Prozess abgeschlossen.

Zur Erinnerung: Was ist WOL?

Die Methode Working Out Loud (WOL) gestaltet einen Zyklus von 12 Wochen Dauer. Es gibt ein wöchentliches Treffen (Präsenz oder Online) im Ausmaß von einer Stunde. Kleingruppen von vier oder fünf Personen (z. B. auch aus unterschiedlichen Abteilungen, Berufen oder Unternehmen) schließen sich für diesen Zeitraum in einem »Circle« zusammen, um den Zyklus gemeinsam zu durchlaufen. Kernstück dabei ist das persönliche Ziel jedes einzelnen, das er mit Hilfe der anderen Mitglieder im WOL-Zyklus bearbeitet. So entsteht vernetztes Arbeiten, das aus ganz unterschiedlichen Quellen befruchtet wird. Wissen wird geteilt und kann sich multiplizieren – so bilden sich Grundlagen für neue Ergebnisse.

John Stepper beschreibt WOL als einen Weg, um Beziehungen aufzubauen, die einem helfen, ein Ziel zu erreichen, eine Fähigkeit zu entwickeln oder ein neues Thema zu entdecken. Anstatt jedoch nur zu netzwerken, um etwas zu bekommen, soll vielmehr in Beziehungen investiert werden. WOL gibt es mittlerweile in Hunderten Unternehmen in 60 Ländern.

Die 5 Prinzipien von WOL:

  • Beziehungen (Relationships)
  • Großzügigkeit (Generosity)
  • Sichtbare Arbeit (Visible work)
  • Zielgerichtetes Verhalten (Purposeful Discovery)
  • Wachstumsorientiertes Denken (Growth Mindset)

Was waren nun unsere Erfahrungen?

  • Obwohl unser Netzwerk bereits seit 15 Jahren besteht, haben wir uns durch WOL nochmal besser kennen gelernt und mehr Nähe zueinander entwickelt.
  • Hilfreich war es, bereits vor Beginn alle 12 Termine zu fixieren und wenn möglich im selben Rhythmus zu bleiben (Wochentag, Uhrzeit).
  • Für die Moderation war jedes Mal ein anderes Mitglied verantwortlich, damit wurde die Verantwortung geteilt, und: Moderationserfahrung ist von Vorteil.
  • Es hat sich als nützlich erwiesen, dass die Reihenfolge der Wortmeldungen bereits vorab vereinbart wurde.
  • Die vorgegebene Struktur im WOL-Konzept war als roter Faden hilfreich, wurde von uns aber nicht immer akribisch genau so eingehalten.
  • Die persönlichen Ziele haben sich während des Zyklus zum Teil verändert oder relativiert, manches ist klarer geworden, anderes ist in den Hintergrund getreten.
  • Dabei gab es auch die eine oder andere Überraschung.
  • Nicht jeder Teilschritt war für alle Teilnehmenden gleich interessant oder relevant.
  • Hilfreich war die individuelle Vorbereitung auf die nächste Sitzung anhand des Leitfadens, dadurch blieb die wertvolle Zeit für den Austausch.
  • Geben ist in dem Fall tatsächlich seliger als nehmen.
  • Wir alle haben profitiert: auf der persönlichen, fachlichen und auf der Beziehungs-Ebene.
  • Wichtigste Erkenntnis: Das war höchstwahrscheinlich nicht unser letzter WOL-Circle!

Wenn Sie sich auch mit WOL befassen wollen: Hier finden Sie alle Checklisten, Ablaufpläne und sonstigen Informationen (auf deutsch).

 

Autor: Alfred Freudenthaler, MSc

Alfred Freudenthaler, MSc

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