Vom Nutzen verschiedener Persönlichkeitsstil-Modelle

In der Beratungs-, Trainings- und Coaching-Praxis sind je nach fachlichem Background von Consultant/Trainer/Coach unterschiedliche Persönlichkeitsstil-Modelle im Einsatz. Ich nehme beispielhaft den MBTI(r), GPOP(r), BIG FIVE, das Enneagramm sowie das DISG(r)-Modell heraus. Die Erfahrung zeigt, dass bei den Kund*innen bzw. Anwender*innen zwei entgegengesetzte Grundtendenzen auftreten können,

  • nämlich auf der einen Seite ein großes Interesse im Sinne der Menschenkenntnis und
  • auf der anderen Seite Ablehnung mit der Sorge, dass damit Menschen in eine Schublade gesteckt werden und ihnen ihre Einzigartigkeit abgesprochen wird.

Bei verantwortungsvollem Einsatz können Persönlichkeitsstil-Modelle sowohl bei der Führung von Mitarbeiter*innen/Teams, in der Team-Kommunikation oder auch im Umgang mit Kund*innen eine gute Hilfestellung darstellen (natürlich gibt es noch viele weitere mögliche Anwendungsgebiete).

Als Psychologin befürworte ich den Einsatz, wenn es darum geht, gemeinsam in die dahinterliegende Dynamik zu blicken und so ein konstruktives Verstehen für den jeweils anderen zu entwickeln, um z. B. im Team gut miteinander auszukommen, in Konfliktsituationen einen guten gemeinsamen Weg zu finden, Verhandlungen gekonnt zu führen, zu nachhaltigen Entscheidungen zu kommen etc.

Das Wichtige dabei ist, die Stärken des jeweiligen Persönlichkeitsstils herauszuarbeiten und es zu schätzen und zu bewundern, was die anderen können. Die Kenntnis etwaiger Schwachstellen sorgt dafür, dass wir behutsam miteinander umgehen – im Wissen, was ist dem anderen zuzumuten und was tue bzw. sage ich besser nicht.

Es braucht jedoch einen hohen Reife- und Seriositätsgrad der Anwender*innen, denn man kann jedes Modell zum Positiven, aber – leider natürlich wie jedes System – auch für gegenteilige Zwecke einsetzen. Also zur Bespaßung einer Seminargruppe ist so etwas aus meiner Sicht nicht geeignet.

Anmerkung zum Foto:

Dieses Modell mit 6 Persönlichkeitsstilen habe ich im Zuge einer Weiterbildung zum Thema „Psychologische Deeskalations-Strategien“ bei Herrn Dr. Philipp Horn kennengelernt. Es geht davon aus, dass Persönlichkeit auf einem Kontinuum stattfindet und dass meist 2 Stile bei einer Person im Besonderen ausgeprägt sind, durchaus kann noch ein weiterer dazukommen.

Bild: Elisabeth Stöllinger

Autor: Mag. Elisabeth Stöllinger

Mag. Elisabeth Stöllinger

Homepage: http://www.stoellinger.at

Telefon: +43-676-4324899

Weitere Infos siehe Mag. Elisabeth Stöllinger

Keine weiteren Kommentare möglich.